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Automatikuhren Test, Vergleich & Ratgeber 2021

A. Lange & Söhne

Die Geschichte des Hauses beginnt mit Adolph Ferdinand Lange, der am 18. Februar 1815 in Dresden das Licht der Welt erblickt. Von 1830 bis 1835 geht er bei dem königlich sächsischen Hofuhrmacher und Schloßtürmer Johann Christian Friedrich Gutkaes in die Uhrmacherlehre und besucht gleichzeitig die polytechnische Schule in Dresden. Seine anschließenden Wanderjahre Adolph Ferdinand Langeführen ihn auch nach Paris, wo er drei Jahre bei dem berühmten Chronometermacher Winnerl verbringt. 1840 kehrt er über England und die Schweiz nach Dresden zu Gutkaes zurück – reich an Erfahrungen, neuen Ideen und mit einem ganzen Buch voller Skizzen.

Glashütte ist damals ein verarmtes Nest, das nur durch eine kaum ausgebaute Straße mit dem Rest der Welt verbunden ist. Hier also baut Lange seine erste Fertigung auf. Dank seines weitsichtigen Konzepts Das Drehgestell des Lange Turbillonsentwickeln sich neben seinem eigenen Unternehmen auch viele Zuliefererbetriebe. Immer neue Arbeitsplätze garantieren den Glashüttern schließlich bescheidenen Wohlstand.

Unter seiner Leitung entwickeln sich die Lange Uhren zu wahren Kunstwerken. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Taschenchronometer mit Antrieb per Kette und Schnecke und Kronenaufzug, der 1882 in die Produktion geht. 1885 beschäftigt Lange schon 60 Mitarbeiter. Mit Otto Lange tritt eine weitere Generation in die Firma ein; er führt sie zusammen mit seinen Brüdern Rudolf und Gerhard nach dem Tod des Vaters Emil 1921 weiter. In den 20er Jahren macht sich auch bei Lange die wirtschaftliche Situation bemerkbar.

In diese schwere Zeit wird 1924 Walter Lange hineingeboren. Er absolviert eine Uhrmacherlehre in Karlstein und Glashütte, um dann seine Meisterprüfung abzulegen. Seine Meisterarbeit ist eine mit seinem Namen signierte Taschenuhr in Lange 1 A Qualität.Lange und Söhne Cabaret Am 8. Mai 1945 fällt das Hauptproduktionsgebäude russischen Fliegerbomben zum Opfer. Der Zerstörung folgt wenig später die Plünderung.

Nichtsdestotrotz machen sich die wenigen noch verbliebenen Mitarbeiter an die Aufräumungsarbeiten. Alles, was noch in irgendeiner Form brauchbar ist, wird in Sicherheit gebracht. Während die übrigen Glashütter Unternehmen fast völlig demontiert werden, gibt es bei Lange durch den Bombenschaden kaum noch etwas zu holen. Dafür muss Walter Lange unter russischer Aufsicht den kompletten Fertigungsprozess für das Kaliber „48“ als Deckuhr, Fliegerarmbanduhr und B-Chronometer schriftlich und zeichnerisch dokumentieren.

Dem Versuch der sowjetischen Besatzungsmacht, das Unternehmen 1946 zu beschlagnahmen, kann man gerade noch entgegentreten. Lange nimmt in notdürftig eingerichteten Werkstätten mit einer kleinen Belegschaft die Montage von Uhrwerken aus vorhandenen Teilen wieder auf. Gleichzeitig wird die Instandsetzung der zerstörten Fabrik vorangetrieben, in der im Mai 1948 die Produktion von Armbanduhren mittlerer Güte beginnen soll – die Not der Stunde zwingt die Familie dazu, mit den traditionellen Qualitätsvorstellungen zu brechen. Doch soweit kommt es nicht mehr.

Am 20.April 1948 wird A. Lange & Söhne vom SED-Regime endgültig enteignet. Das Familienunternehmen wird zum volkseigenen Betrieb. 1951 gehen sieben enteignete Glashütter Firmen, darunter auch Lange, in einem Kombinat auf.

Am 7. Dezember 1990 meldet Walter Lange beim Handelsregister Dresden die „Lange Uhren GmbH, Glashütte“ an. Gleichzeitig erfolgt die weltweite Neueintragung der Traditionsmarke „A. Lange & Söhne“.

1994 werden die ersten Lange-Uhren der neueren Zeit in Glashütte und Dresden präsentiert. Dabei handelt es sich um vier außergewöhnliche Armbanduhren, von neuentwickelten mechanischen Meisterwerken angetrieben, die mit technischen und funktionalen Merkmalen aufwerten.

Bei der „Lange 1“ handelt es sich um eine exklusive, noch nie gebaute Herrenarmbanduhr in Gold oder Platin, mit dezentraler Stundenanzeige, kleiner Sekunde und mit der weltweit einzigartigen Großdatumsanzeige, die endlich eine der nützlichsten Anzeigen einer Uhr auf mechanisch geniale Weise aus ihrem Nischendasein befreit. Das Uhrwerk wird durch zwei hintereinander geschaltete Federhäuser für drei Tage Lange und Söhne SaxoniaGangdauer angetrieben. Die Gangreserve wird auf dem Zifferblatt angezeigt.

Die „Arkade“ von Lange ist ein mechanisches Kleinod für Damen, mit allen Qualitätsmerkmalen einer Lange – Uhr ausgestattet ebenfalls mit der patentierten Lange – Großdatumsanzeige, die ihre Größe und damit problemlose Ablesbarkeit aus einer genialen mechanischen Konstruktion schöpft. Die Gehäuseform dieser Uhr wurde stilistisch den Arkaden des Dresdner Schlosshofes nachempfunden.

Bei der „Saxonia“ handelt es sich um eine exemplarisch schlichte Golduhr in mittlerer Größe mit Stunden und Minutenanzeige und kleiner Sekunde. Sie trägt bewusst den stolzen Namen Sachsens und damit des Landes, das schon bei allen früheren Uhren von A. Lange & Söhne auf dem Zifferblatt mit der bekannten Abkürzung „i/SA“ – in Sachsen – ausgewiesen war. Ihr Zifferblatt wird ebenfalls dominiert von der überbetont deutlichen Großdatumsanzeige.

Diese nie dagewesene Großdatumsanzeige, die gegenüber herkömmlichen Uhren gleicher Dimension eine viermal so große Anzeigenfläche erlaubt, stellt eine Reminiszenz an die Traditionslinke Lange-Gutkaes dar: Sie erinnert nämlich gestalterisch an die erstmals 1841 von Johann Friedrich Gutkaes gebaute, 1985 rekonstruierte, digitalanzeigende Uhr der Dresdner Semperoper.

Das Lange-Tourbillon bildet zweifellos eine Superlative innerhalb der neuen Lange – Uhrengeneration. Von den Glashütter Uhrmachern und Konstrukteuren bereits „Sachsen-Tourbillon“ genannt, verfügt es über eine ganze Reihe außergewöhnlicher feinmechanischer Elemente, die bisher noch in keiner Armbanduhr realisiert worden sind. Dazu zählen der Antrieb über Schnecke und Kette, der ein konstantes Drehmoment über die ganze Dauer des Ablaufens der Feder ermöglicht, oder ein Stufen-Planetengetriebe, Die „Langematik“ (Das Uhrwerk)das den konstanten Antrieb auch während des Aufziehens der Uhr gewährleistet.

Das in der Manier des Hauses Lange gebaute Tourbillon im filigranen Drehgestell, das mögliche Gangfehler aufgrund der Schwerkrafteinwirkung auf das Hemmsystem einer Uhr kompensiert, ist beidseitig in geschraubte Goldchatons mit Diamantdeckstein eingelagert. Das Drehgestell lässt sich mit drehbaren Goldgewichten ausbalancieren, die Endkurve der Spirale ist in Glashütter Tradition nach Prof. Strasser gebogen. Die Funktion des Tourbillons kann sowohl von der Zifferblattseite her auch durch den Saphirglasboden beobachtet werden. Letzteres gilt auch für Arbeitsweise von Schnecke und Kette auf die Fenster in der Dreiviertelplatine den Blick freigeben. Übrigens: Es dauert ungefähr vier Wochen, bis die Tourbillon von Hand zusammengebaut ist.

Die sächsischen Meisteruhrmacher präsentieren kürzlich ihr neues mechanisches Highlight. Natürlich wieder eine Weltneuheit: der Langematik Großdatum – Sax-O-Mat. Ein Automatikwerk mit beidseitig aufziehendem Planetenrotor (aufgenietete Platin Schwungmasse), aufwendiges Reduktionsgetriebe mit vier Datograph-Kugellagern, kugelgelagerter Mikrorotor, Zero Reset Einrichtung, 45 Rubine und patentierte Großdatumsanzeige.

Langes letzter Paukenschlag: Der Datograph! Mit einem von Grund auf neu entwickelten Chronographenwerk der Spitzenklasse in klassischer Kolonnenart Bauart. Der DATOGRAPH tritt in einer eigenwilligen, völlig neuen Gestaltung auf. Sein Kennzeichen sind die zur Mittelachse versetzten Hilfszifferblätter für die kleine Sekunde und den klassischen 3D-minuten-Zähler. Mit der Flyback – Funktion kann der Chronograph während einer laufenden Zeitmessung augenblicklich über nur einen Drückvorgang auf Null gestellt werden, um nach Loslassen des Drückers den Startvorgang sofort wieder einzuleiten. Dabei werden die sonst notwendigen beiden Schaltungen „Stoppen“ und „Nullstellen“ übersprungen. Diese komplexe mechanische Zusatzfunktion des Flyback ist heute bei Chronographen sehr selten.

Hier einige der uhrmacherischen Highlights der Neuentwicklung:

  • separate zusätzliche Sekundenradbrücke.
  • Chronographen – Schalthebel mit beidseitig gelagerter stabiler Welle.
  • justierbarer, im Zentrum des Sekundenrads positionierter Chrono – Kupplungshebel.
  • beidseitig in Steinen geführter Minutenzähler – Schalthebel.
  • Stufenschnecke mit einem Gleitstein aus technischem Rubin für exakt springenden Minutenzähler.
  • viersteinige Lagerung des Ankerrads.
  • stoßgesicherte Schraubenunruh mit Nivarox 1-Spirale und aufgebogener Endkurve mit der bei früheren Lange Taschenuhr-Chronographen bewährten Schwingungszahl von 18.000 A/h.